HX711 Temperaturdrift analysieren

dokai-waegesensor_kleinIch musste die letzten Tage feststellen, dass der von mir eingesetzte Wiegedrucksensor HX711 einen (positiven) Temperaturgang hat:

Wird der Chip erwärmt, erhöht sich (scheinbar) das gemessene Gewicht. 

Das führt natürlich zu Messfehlern, zumal der Nullpunkt somit nicht stabil ist. Bisher habe ich nichts gefunden, wie der Sensor mittels Beschaltung temperaturkompensiert werden kann. Also selbst etwas bauen:

Als erstes habe ich einen 1-wire DS18B20 mit dem empfohlenen Pull-Up-Widerstand (9,7 kOhm da nur kurze Leitung) verschaltet und in Schrumpfschlauch eingebettet. Dieses Sensor wird per kleiner Zwinge direkt auf den HX711-Chip gepresst und per Kabel an den ESP angeklemmt und ausgelesen.

Derzeit erfolgt zunächst einmal nur die Temperaturverfolgung, die Ermittlung eines Kompensationskoeffizienten und Verrechnung mit den Messwerten kommt später.

Live kann man das (wie bisher) unter https://thingspeak.com/channels/79695 sehen, Bilder stelle ich die nächsten Tage hier rein.

  1. Ergänzung: 4.11.16  ca. 22:15:

Nach nun etwa 18h und einem Heizzyklus im Zimmer wird es deutlich, wie auf dem folgendem Bild zu sehen ist (zum vergrößern anklicken!):

bildschirmfoto-vom-2016-11-04-22-07-10 Ab 18 Uhr springt die Heizung an, der HX711 erwärmt sich um ca. 2°C und das Gewicht des Blumentopfes „steigt“ um ca. 5-6g *lol*

Die nächsten Tage werde ich versuchen festzustellen, in wie weit die Abhängigkeit linear (oder nicht) ist und wie die Kompensation vorgenommen werden kann.

Fest steht schon mal: Ohne Temperaturfühler an der Waage (bzw. am Chip) bekommt man keine verlässlichen Daten. 

Fortsetzung folgt…

2 Gedanken zu „HX711 Temperaturdrift analysieren“

  1. Hi,
    wie lang sind die Kabel von der Zelle zum A/D- Wandler?
    3 oder 4- Leiterschalteung? Messbrücke zur Kompensation vorhanden?
    Da die Zellen meist eine niedrige Wiederstansänderung messen, hat eine Temperaturänderung an den Kabeln meist eine hohe Auswirkung auf den Messwert.
    Gruß Jan

    1. Die Kabel zur Wägezelle sind ca. 10cm (Originallänge, nicht gekürzt oder verlängert).
      Die Zelle hat 4 Leitungen (Wheatstonesche Messbrücke).
      Ja: die Spannung, die aus der Brücke raus kommt, ist sehr klein.
      Ich hatte (bisher) angenommen, dass der Temperaturgang der 4 Dehnmesstreifen in der Brücke sich aufgrund der Brückenschaltung gegenseitig kompensiert. Deswegen stehe ich dem Phänomen etwas verblüfft gegenüber 🙂

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